Starke Wirtschaft ist Garant für Wohlstand, innere Sicherheit und funktionierende Demokratie

Im Rahmen eines hochrangigen Unternehmergesprächs in der Bayerischen Staatskanzlei kamen führende Vertreter aus Politik und Wirtschaft zu einem intensiven Austausch zusammen. Gemeinsam mit Dr. Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei und Staatsminister, wurden aktuelle Herausforderungen und Handlungsbedarfe der Unternehmen direkt erörtert.
Initiiert wurde das Gespräch vom Landtagsabgeordneten des Landkreises Roth, Volker Bauer. Auf seine Einladung hin nahmen Unternehmer aus dem Landkreis Roth teil. Betriebe aus Handwerk, Mittelstand und Industrie nutzten die Gelegenheit, ihre Anliegen und Perspektiven unmittelbar mit Spitzenvertretern der Staatskanzlei zu diskutieren.
Im Mittelpunkt standen zentrale Themen wie verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen, der Abbau überbordender Bürokratie, wettbewerbsfähige Energiepreise sowie die Stärkung regionaler Betriebe. Der offene, konstruktive Dialog wurde von allen Beteiligten als wertvoll und zielführend bewertet.
Besonders im Fokus: die Versorgung mit kritischen Rohstoffen
Geschäftsführer Thorsten Hahn und Vertriebsleiter Matthias Rasp von Speck Pumpen/Circutec betonten, wie sehr sie die Gelegenheit schätzten, die Herausforderungen ihres Unternehmens – ebenso wie die des deutschen Mittelstands – bei der Versorgung mit schweren Seltenen Erden aus der Volksrepublik China in der Staatskanzlei bei Dr. Herrmann direkt vortragen zu können. Die Abhängigkeit von Importen und gestörten Lieferketten stelle Unternehmen zunehmend vor strategische Risiken.
Hahn und Rasp verbinden mit dem Gespräch die große Hoffnung, dass die Bayerische Staatskanzlei ihren Einfluss gegenüber der Bundesregierung in Berlin geltend macht, um das Thema der Versorgungssicherheit mit Seltenen Erden dort erneut auf die Agenda zu setzen und nachhaltig voranzutreiben. Gleichzeitig sprachen sie sich für einen intensiven, fortlaufenden Austausch mit der Staatskanzlei und der Bundesregierung aus und baten um regelmäßige Rückmeldungen und sichtbare Fortschritte.
Unter Verweis auf den „Rohstoffreport Bayern 2025“ machte Stefan Köhn, Geschäftsführer der Reithelshöfer GmbH, den Handlungsdruck deutlich: „48 Prozent der bayerischen Unternehmen klagen über Versorgungsengpässe bei heimischen Rohstoffen, während dies bei Seltenen Erden für 7 Prozent gilt.“ Gerade Bayern als Industriestandort müsse hier vorausschauend agieren, um Planungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen zu sichern.
Herausforderungen im Handel klar benannt
Die Melzer GmbH, vertreten durch Geschäftsführer Jürgen Melzer, ist im Bereich Ladenbau und Innenausbau tätig. Durch den wachsenden Online-Handel und den Rückgang des stationären Handels gehen Investitionen in neue Ladeneinrichtungen spürbar zurück. Melzer verwies darauf, dass höhere Steuern und Abgaben, die die Kaufkraft der Verbraucher schwächen, aus seiner Sicht der falsche Weg seien, um Investitionsanreize im stationären Handel und dessen Ausstattung zu schaffen.
„Eine starke Wirtschaft ist der Garant für Wohlstand, innere Sicherheit und eine funktionierende Demokratie“, betonte Landtagsabgeordneter Volker Bauer im Rahmen des Treffens. Es sei Aufgabe der Politik, leistungsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Unternehmen investieren, Arbeitsplätze sichern und Innovationen vorantreiben können.
Klares Plädoyer für bessere Standortbedingungen
Ralf Schmidt aus Rednitzhembach unterstrich, dass insbesondere der produzierende Mittelstand dringend international wettbewerbsfähige Energiepreise, flexiblere und unternehmensfreundlichere Arbeitsgesetze sowie endlich spürbare Entbürokratisierung benötige. Nur so könnten Betriebe im globalen Wettbewerb bestehen, Arbeitsplätze halten und neue schaffen.
Adrian Schöll aus Rohr ergänzte, dass sich die Probleme der kleinen Handwerksbetriebe und der größeren Mittelständler in weiten Teilen decken: „Ob kleine Werkstatt oder mittelständischer Industriebetrieb – die Themen sind identisch: zu hohe Abgabenlast, stark gestiegene Energiekosten und zu viel Bürokratie. Diese Bremsen müssen gelöst werden, wenn wir die wirtschaftliche Stärke unserer Region erhalten wollen.“
Das Unternehmergespräch unterstreicht die Bedeutung eines engen und kontinuierlichen Austauschs zwischen Politik und Wirtschaft. Nur im direkten Dialog lassen sich nachhaltige Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen entwickeln, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Bayern und insbesondere des Landkreises Roth langfristig zu sichern.
Der kommissarische Vorsitzende der Mittelstandsunion Benno Schuh begrüßte das Gespräch ausdrücklich: „Es ist ein wichtiges Signal, dass die Politik erkennt, dass der Mittelstand – und hier insbesondere die kleinen und mittleren, familiengeführten Unternehmen – das Rückgrat unserer Wirtschaft bildet.“ Die Teilnehmer waren sich einig, dass der eingeschlagene Dialog fortgesetzt und bei weiteren Terminen vertieft werden soll.
