Tierschutz trifft Wirtschaftsförderung – Abgeordneter Bauer auf Baustellenbesuch an der A6-Wildbrücke

Nahe an der Perfektion gelaufen“, fasst Fachbauleiter Rüdiger Ziener den dreistufigen Ausbau der A6 westlich von Schwabach zusammen. Bis zur Landesgrenze fehlen noch fünf Abschnitte. Sie sollen in den nächsten zwanzig Jahren ausgebaut werden – wenn der Bund bei der Finanzierung mitmacht. Was denn nicht perfekt gelaufen ist, möchte Volker Bauer wissen, während er über Stahlträger nach oben in Richtung Fahrbahnmitte steigt. Der Kammersteiner ist in Doppelrolle auf die Baustelle südlich von Rohr-Gaulnhofen gekommen; als Stimmkreisabgeordneter im Bayerischen Landtag und als Regierungsbezirksvorsitzender des Bayerischen Jagdverbands in Mittelfranken. Er wolle wissen, wie es bei einem „Herzensprojekt“ vorangeht: der Wildbrücke über die A6.

Erste Wildtier-Querungshilfe an der A6 – Vorbilder im Spessart und Steigerwald

Einzelne Leserbriefschreiber übten Kritik an Wildbrücken, die in der jüngeren Vergangenheit auch an der A3 entstanden; in Weibersbrunn (Spessart) sowie Heßdorf und Geiselwind (Steigerwald). An der A6 ist Gaulnhofen die erste Querungshilfe für Wildtiere. Rund zehn Meter über der Fahrbahn angekommen berichtet Dipl. Ing. Bernd Schneider vom beauftragten Büro confido Ingenieure (SW), dass es allein für die Wildbrücke wohl keine Baugenehmigung gegeben hätte. Jedoch sei der rund 75×75 Meter große Betonbau – auch im Sinne der Flächenschonung – ein Teil der Ausgleichsmaßnahmen, die durch den Autobahnausbau bundesgesetzlich notwendig sind.

Skepsis des Bundesrechnungshof verursachte Mehrkosten und Zeitverzug

Der Bundesrechnungshof hatte die Notwendigkeit von Querungshilfen dennoch erst grundsätzlich und dann im beantragten Umfang in Frage gestellt. Das Ergebnis: die Brücke als Teil des 200 Millionen Euro teuren Autobahnausbaus westlich von Schwabach verzögerte sich um ein Jahr – und der Preis verteuerte sich durch notwendigen neuen Vertrag um rund 10 Prozent. Hier liegt das „Nahe“ in der Perfektionsaussage Zieners.

Wildtierbrücke bringt Tierschutz und regionale Wirtschaftsförderung zusammen

Während im Hintergrund der Betonguss vorbereitet wird, verdeutlichen die beteiligten Planer und Projektpartner im Gespräch mit Landtagsabgeordneten Volker Bauer nochmals den Mehrwert der Querungshilfe. Die 74 Halbträger – jeder 68 Tonnen schwer – entstanden bei Bögl im nahen Neumarkt und wurden an vier Wochenenden an die A6 verbracht. Der Beton werde in Nürnberg bezogen. „Mit der Wildbrücke wird also Tierschutz, Unfallverhütung auf der Autobahn und regionale Wirtschaftsförderung zusammengebracht“, bilanziert CSU-Umweltpolitiker Bauer zufrieden.